Die Spionin von Wien

Historischer Kriminalroman

Wien anno 1848.

In Europa tobt die Revolution. Auch in Wien setzt sie der Biedermeier-Idylle ein blutiges Ende. Marianne Theresia von Marbach, genannt Marte, kehrt nach Jahren in der Fremde nach Wien zurück - in Herrenkleidung und mit einem brisanten Auftrag. Doch während auf den Wiener Barrikaden gekämpft wird, geschieht ein verhängnisvoller Mord. Marte ahnt, dass der Fall in den Revolutionswirren vertuscht werden soll, und sie beginnt selbst zu ermitteln.

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Anni Bürkl: Die Spionin von Wien.
Historischer Kriminalroman

Emons Verlag, 2011
ISBN: 978-3- 89705-900-9


Marte nahm einen unangenehm süßlichen Geruch wahr, der die Parfüms der Anwesenden überdeckte. Endlich konnte sie etwas erkennen, Männerbeine, die verdreht am Boden lagen. Zwischen der schwarzen Beinkleidung der umstehenden Gäste versuchte sie, mehr zu sehen. Da lag ein herrenloser Schuh auf dem Boden. In all dem Getümmel ging von ihm eine eigentümliche Bewegungslosigkeit aus. Die Luft im Raum war furchtbar verbraucht, sie dampfte fast. Marte musste ein paarmal schlucken. Da war Rot, zu viel Rot.

 

Leseprobe: PDF

Pressestimmen zur "Spionin von Wien"

Autorin Anni Bürkl legt viel Wert auf Authentizität und hat ... viele historische Details in ihren Roman gepackt, dass man sich stellenweise nicht sicher ist, ob man es mit einem Krimi oder einer Geschichte-Nachhilfestunde (mit einer Prise Jane Austen) zu tun hat. Insgesamt ... ein guter, klassisch erzählter Kriminalroman.
:: Presse am Sonntag, 6. Nov. 2011

 ... Die Criminalbeamten schrieb man nochmit C und die Polizey mit Y, historische Figuren wie der Gerichtsmediziner Škoda würzen die Geschichte. ...
:: Kurier, 17. Dez. 2011

Wesentlich interessanter als der Fall selbst sind ... die historischen Umrisse, in die ihre Story eingebettet ist.
:: Wiener Zeitung

Gemeinsam mit der charismatischen und unangepassten Protagonistin erlebt der Leser hautnah die Aufstände auf den Wiener Barrikaden, trifft auf schillernde Persönlichkeiten aus dem revolutionären und kontrarevolutionären Lager und taucht ganz in die spannenden historischen Geschehnisse ein. Dabei bleibt Anni Bürkls Roman nicht beim historischen Setting stehen, sondern fasziniert vor allem durch den klug inszenierten Krimiplot. In bester Whodunit-Tradition legt die Autorin falsche Fährten, präsentiert Verdächtige und neue Verbrechen und hält so geschickt und bis zum Finale die Spannung auf höchstem Niveau. Ein packender und mitreißender historischer Kriminalroman.
:: events.at

Anni Bürkls Historienkrimi „Die Spionin von Wien“ ist ein spannender Blick auf die Hauptstadt der Donaumonarchie Wien, das sich 1848 von der Zensur befreien und wie in Deutschland für eine kurze Phase die Morgenluft von Freiheit und Demokratie schnuppern konnte – bis im Oktober die Kaiserlichen mit Unterstützung kroatischer Truppen die alten Verhältnisse brutal wieder herstellten. Besondere Aufmerksamkeit schenkt Anni Bürkl dabei der frisch entstandenen Frauenbewegung, die mit revolutionärem Schwung für Gleichberechtigung und den Zugang von Frauen zur höheren Bildung stritt. Auch wenn die Krimihandlung über die lebendige Schilderung der Zeithistorie manchmal etwas in den Hintergrund gerät, fängt die Story mit viel Esprit einen wichtigen Moment der Wiener Stadtgeschichte ein.
:: Hallo Buch

Hintergrund

Das Jahr von 1848 und die Revolution waren für Wien sehr bedeutend. Zum ersten Mal in der Geschichte gab es ein Bemühen um demokratische Strukturen, die Stadt war monatelang in der Hand der Bürger. Übrigens beteiligten sich auch die Frauen Wiens rege an der Revolution - und nicht nur indem sie etwa die Kämpfer mit Nahrung versorgten.

Ein paar Bilder und Hintergrundinformationen, wie die Monate der bürgerlichen Revolution hier in Wien abliefen, finden sich im Bezirksmuseum Leopoldstadt.

Dort steht auch ein sogenanntes Diarama, das die letzten Kämpfe zwischen den sogenannten Aufständischen und den Kaiserlichen nachstellt - die in der Leopoldstadt stattfinden. Kurz darauf siegten die Kaiserlichen ... und der Rest ist Geschichte, wie man so sagt.

Die Spitze der Monarchie wurde ausgetauscht wie heute der Fußballtrainer einer schwachen Mannschaft, Kaiser Franz Josef war jung - die Traumhochzeit mit Sis(s)i sollte ablenken von dem, was nach dem Untergang der Revolution geschah: Todesurteile, Hinrichtungen und Unterdrückung jedes Mitspracherechts.