Dem Stress ein Haxl stellen

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Dem Stress ein Haxl stellen - oder er mir.

Zugegeben, das ist jetzt keine ganz gelungene Metapher.

Ja, ich hatte die letzte Zeit viel zu tun. Eigentlich eh immer, wenn man selbständig arbeitet, ist das eben so. Nicht wahr? Man muss Aufträge abarbeiten, Deadlines für das neue Krimi-Manuskript erreichen, Rechnungen schreiben, Kunden anlocken und alles von vorne ... Wo bleibt da noch Zeit für das Dazwischen?

Mein Körper fand: doch, die finden wir jetzt.

Und stellte mir ein Bein.

So richtig.

Nackenschmerzen aus der Hölle. So richtig, richtig schlimm. Nichts ging mehr. So gar nichts. Außer drölfzig Arztbesuchen, lustigen Gesprächen mit den Doktoren über meine Krimis und was das mit einem macht, über Böses zu schreiben.

Kein Schreiben. Und auch mit der wirklich sehr langsamen Besserung ging auch das Schreiben nur langsam.

Ich habe eine Weile gar nicht geschrieben.

Und dann sehr wenig am Tag. Ein Kapitel am Tag, vielleicht. Übrigens am nächsten Berenike-Krimi, der 2019 erscheinen soll.

Ich schrieb mit sehr vielen Pausen dazwischen.

In denen mir manchmal die nächste Szene einfiel. Oft auch nicht.

Und, Überraschung: Es ging. Das Leben ging weiter. Einfach so. Niemand warf mir irgendwas vor die Füße. Nichts flog mir um die Ohren. Außer mein eigener Körper. (Schon wieder eine schwächelnde Metapher! Entschuldigung!)

Auch bei der Heilgymnastik bekam ich gesagt, wie wichtig Pausen sind - nicht starr in einer Position sitzen, die Position wechseln, aufstehen, aus dem Fenster schauen, ein bisschen herum gehen hilft schon viel. Übungen machen sowieso. Es sind Übungen, die sich wirklich immer einbauen lassen und nicht lange dauern. Ich hab ein bisschen gebraucht, bis ich sie richtig gelernt und va. die richtige Intensität erkannt habe. Aber jetzt mache ich sie und sie scheinen gut zu tun.

Ich stell dem Stress jetzt ein Bein - nicht umgekehrt.

Na gut, es geht mir immer noch nicht perfekt, aber kein Vergleich zu davor.

Warum nur lernen wir all diese Dinge erst in Momenten, in denen es uns so richtig dreckig geht?

Warum glauben wir, ohne einen selbst gehts nicht? Jeder Mensch ist ersetzbar. Es klingt so negativ - tatsächlich ist das gut so. Es nimmt doch viel Druck von meinen Schultern.

Und, Quizfrage: Wie lange wird sich die Autorin wohl an die neue Work-Life-Balance halten? :-)

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